Welche Hilfsmittel benutzen wir in der Ausbildung...
Natürlich greifen wir nicht nur auf Leckerlies zurück, auch wenn sie hauptsächlich zum Einsatz kommen. Neben den üblichen Verstärkern Spiel und Motivation braucht es manchmal einfach etwas Unterstützung, was uns dank den Innovationsfreuden einiger schlauer Köpfe relativ einfach gemacht wird. Die hier vorgestellten Hilfsmittel sind weder teuer noch extrem kompliziert zu bedienen. Im Gegenteil sie sind vermeintlich simpel. Sie brauchen also nicht in den nächsten Laden zu rennen und irgendwelche Hightech Geschirre oder Spezial-Discs kaufen um Ihren Hund auszubilden. Hier also die beiden häufigsten Hilfsmittel in der Ausbildung:
Clickertraining beruht ausschließlich auf positiver Verstärkung, d.h. richtige Verhaltensweisen werden belohnt. Der Hund lernt den Click als Signal für eine Belohnung zu assoziieren. Wenn der Clicker vernünftig antrainiert wurde hat das mehrere Vorteile:
Mit dem Klick kann ich viel zeitgenauer bestärken und das Knackgeräusch ist immer gleich. Ein gesprochenes Wort als Belohnungssignal kann und wird in seiner Stimmlage immer verschieden sein. Es ist also nicht so schwierig für den Hund zu erkennen ob jetzt eine Belohnung folgt.
Der Hund kann nun auch auf Entfernung bestärkt werden. Das macht sich z.B. bei längeren BLEIB-Übungen bemerkbar. Ausserdem entfällt das Locken mit dem Futter. Dadurch arbeitet der Hund nicht nur wenn das Leckerlie in der Hand ist.
Hunde, die über Clickertraining lernen sind lernfreudige und intelligente Hunde. Sie lieben die Arbeit mit Ihrem Herrchen / Frauchen. Ausserdem sind Clickerhunde kreativer wenn es um das Erlernen neuer Aufgaben geht.
Neben den ganzen Vorteilen eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten im Training. Dazu gehört z.B. das Formen.
Das Formen ist eigentlich das Besondere am Clickertraining. Es erfolgt über operante Konditionierung (
Lerntheorie). Man kann den Hund sehr einfach zu eher unnatürlichen Verhaltensweisen bringen.
Beim Formen agiert überwiegend der Hund. Der Hundeführer verhält sich ruhig und gibt so wenig wie nötig Hilfestellung. Jede kleinste Bewegung des Hundes in die richtige Richtung des gewünschten Verhaltens wird geclickt. Soll der Hund sich z.B. links herum im Kreis bewegen kann man beginnen eine Kopfbewegung nach links zu clicken, dann einen Schritt nach links, zwei Schritte u.s.w. bis zur ganzen Drehung.
Hat der Hund diese Art zu lernen einmal begriffen ist es sehr einfach ihm verschiedene Verhaltensweisen beizubringen. Er wird sogar anfangen selbst neue Verhaltensweisen zu "erfinden" und anzubieten.
Natürlich erfordert solches Training viel Konzentration, manchmal auch Nerven und ein gutes Timing von Seiten des Hundeführers. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten Clicker effektiv einzusetzen, sei es beim Dogdancing o.ä.
Die Schleppleine ist das 2. wichtige Hilfsmittel in der Ausbildung. Sie wird vor allem dann eingesetz, wenn das Abrufen noch nicht funktioniert, sei es durch Jagdtrieb oder fehlendes / falsches Training. Dabei soll die Schleppleine den Freilauf des Hundes simulieren. Es gibt diese Leinen in verschiedenen Längen und Stärken.
Wichtig ist, das eine Schleppleine immer am Geschirr festgemacht wird, damit die Halswirbel nicht verletzt werden im Falle eines Losstürmen des Hundes.
Da die Schleppleine den Freilauf des Hundes simulieren soll, ist es wichtig das sie so selten wie möglich unter Zug ist. Sobald der Hund in die Nähe des Endes der Leine kommt ruft man ihn ab. Zur Sicherheit, falls das nicht funktioniert kann er zumindest nicht mehr weiter.
Natürlich kann ich von einem Hund mit ausgeprägten Jagdtrieb nicht erwarten, das er von heute auf morgen das herkommen lernt, aber es vereinfacht die Ausbildung gemein.